Achtung beim Immobilienkredit

Immer wieder wird heute davon gesprochen, dass das Baugeld so günstig wie nie zuvor ist. Deshalb scheint es sich gerade jetzt zu lohnen, den Traum vom Eigenheim nicht mehr nur zu träumen, sondern diesen vielmehr in die Tat umzusetzen. Grundsätzlich gilt dies zwar durchaus, doch betrachtet man sich die Entwicklungen gerade in den letzten Wochen, so erkennt man schnell, dass die Banken ein wahres Verwirrspiel mit ihren Kunden begonnen haben.

So kommen immer wieder diverse Zinsaufschläge auf die Baufinanzierung. Beispielsweise wird das Immobiliendarlehen mit einem sehr niedrigen Zinssatz angeboten, finanziert man jedoch mehr als die Hälfte des Eigenheims mit der Bank, so steigt der Zinssatz automatisch und das nicht zu knapp. Deshalb ist hier genaues Nachrechnen angeraten, da teilweise Unterschiede von mehr als einem Prozentpunkt auftreten können, entscheidet man sich für ein Immobiliendarlehen und kann die damit verbundenen Bedingungen nicht hundertprozentig erfüllen.

Die Banken wollen so, nach eigener Aussage, eine Differenzierung zwischen den besonders gut betuchten Kunden und den weniger attraktiven Kunden mit geringeren finanziellen Mitteln schaffen. Dadurch soll eine fairere Kalkulation zustande kommen. Für diejenigen Häuslebauer, die mit vergleichsweise wenig Eigenkapital ausgestattet sind, bedeutet das jedoch auch automatisch, dass sie enorm hohe Zinsen zahlen müssen, und das, obwohl der Leitzins in den letzten Wochen gesenkt wurde. Denn gerade im Bereich hoher Beleihungen von Immobilien sind die Darlehenszinsen noch angehoben worden.

Deshalb gilt, eine genaue Kalkulation sollte jeder künftige Eigenheimbesitzer bereits vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages durchführen. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur die Kosten für das Grundstück oder das Haus anfallen, sondern dass auch noch zahlreiche Nebenkosten auf einen zukommen. In jedem Fachmarkt für Schreibwaren findet man entsprechende Bücher oder Notizblöcke, mit deren Hilfe man problemlos die gesamten Kosten, die beim Hausbau oder Hauskauf zum Tragen kommen, notieren kann. Auf diese Weise behält man immer den Überblick und weiß auch, welche Summe als Darlehen aufgenommen werden muss.

Zunächst einmal ist hierbei der reguläre Kaufpreis für Haus oder Grundstück zu nennen. Dieser macht in aller Regel den größten Teil des Finanzbedarfs aus. An zweiter Stelle folgen die Gebühren, die für einen Makler fällig werden. Bis zu sechs Prozent des Kaufpreises können Makler verlangen, auf diesen Preis kommt dann in der Regel noch die Mehrwertsteuer. Danach folgt die Grunderwerbssteuer, die beim Kauf des Grundstücks zu zahlen ist. Hier ist zu beachten, dass diese beim Kauf von unbebauten Grundstücken deutlich geringer ausfällt, als beim Kauf eines bereits bestehenden Hauses. Die Grunderwerbssteuer errechnet sich dabei aus dem Kaufpreis, 3,5 Prozent von diesem werden fällig. Des Weiteren muss der Notar bezahlt werden, der für die Aufsetzung des Kaufvertrages verantwortlich ist und den neuen Eigentümer im Grundbuch eintragen lässt. Für das Grundbuchamt fallen ebenfalls Gebühren an, die zum Kaufpreis noch hinzu kommen. Des Weiteren ist zu beachten, ob das Grundstück bereits erschlossen ist, also einfach bebaut werden kann. Ist dies nicht der Fall oder sind die Erschließungskosten noch nicht an den bisherigen Eigentümer berechnet worden, so kommen sie ebenfalls hinzu. Der Anschluss an die Versorgungsleitungen für Strom, Telefon, Wasser und Abwasser muss ebenfalls bezahlt werden.

Beim Hausbau fallen zusätzlich Kosten für Versicherungen an, die in jedem Fall abgeschlossen werden sollten. Teilweise wird das Bankdarlehen gar nicht erst zur Auszahlung gebracht, kann man nicht nachweisen, dass beispielsweise eine Feuer-Rohbau-Versicherung besteht. Des Weiteren sollte man die Kosten für die Schätzung des Grundstückes mit einkalkulieren und auch die Zinsen, Provisionen und Abschlussgebühren für das Darlehen. Erst wenn all diese Kosten zusätzlich zum Kaufpreis zusammen addiert wurden, kann man einen realistischen Wert erhalten, mit dem man dann tatsächlich rechnen kann. Dann sollte man prüfen, wie hoch die monatliche Belastung bei diesen Kosten ist und ob man diese überhaupt tragen kann. Wichtig ist es dabei, sich einen Puffer vorzubehalten, um unvorhergesehene Ausgaben ebenfalls abdecken zu können. Dies sind die Reparatur des Autos, ein Tierarztbesuch mit dem Hund oder ähnliches.